B3 World Premiere: 5 Meditations on Death

(c) NOW COLLECTIVE, 2019

Nico Weber - 5 MEDITATIONS ON DEATH

( 5-channel film installation HD 16:9, colour, stereo sound loop)

Nichts ist realer als der Tod. Nichts ist mehr das „absolute Imaginäre“ als der Tod. Das ist die Realität! Eine Realität, die sich zeigt in der ungewöhnlichen Videoinstallation FIVE MEDITATIONS ON DEATH, die Bilder einer klinischen Obduktion eines anonymen toten Körpers als poetische Erzählung in fünf Kapiteln montiert und komponiert: verstörend und gleichzeitig zärtlich.

Es ist eine künstlerische und sehr persönliche Auseinandersetzung der Filmemacherin Nico Weber in kreativer Zusammenarbeit mit Kameramann und Editor Marc Nordbruch als NOW COLLECTIVE mit dem Undenkbaren, mit dem was uns alle betrifft: dem Unfassbaren.

FIVE MEDITATIONS ON DEATH untersucht das gesellschaftliche Verhältnis zum Tod, das sich im praktischen Umgang mit dem Leichnam deutlicher zeigt als in abstrakten Darstellungen zum Thema. Die gesellschaftliche Kommunikation über den Tod schwingt dabei genauso mit wie die Ikonographie des Todes in den Darstellungen der Kunst oder den Massenmedien. In FIVE MEDITATIONS ON DEATH ist nichts inszeniert, alles ist real und findet real statt. Diese Realität überhaupt abbilden zu können ist ungewöhnlich, vielleicht sogar einzigartig. Inszenierungen kennen wir mittlerweile zuhauf. Aber erst diese Reale führt zu der überraschenden Erkenntnis, dass zwar Gott hier nicht sein kann, aber die Aura eines menschlichen Körpers sich niemals verflüchtigt. In diesem Sinne ist der Tod nicht das Ende sondern der Anfang. Und -anders als in der Medizin ist der Tod in der Kunst eine Abstraktion des möglichen Nichtseins. Er ist eine Form der Herrschaft der Natur über den Menschen: Unser Scheitern.