Nassauischer Kunstverein Wiesbaden

Im Rahmen der B3 Biennale des bewegten Bildes 2019 findet die Einzelausstellung von Rachel Maclean / Tales of Disunion im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden statt.


Rachel Maclean /

Tales of Disunion

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23. August 2019 bis 03. November 2019

Eröffnung / Donnerstag, 22. August 2019, ab 18 Uhr


Rachel Maclean kommentiert in ihrer ersten Einzelausstellung in Deutschland die politische und soziale Situation in Großbritannien im Rahmen des bevorstehenden Austritts aus der Europäischen Union.

In ihren filmischen und fotografischen Arbeiten werden gegenwärtige politische und gesellschaftliche Problemstellungen in satirisch übersteigerte, bunte Scheinwelten übertragen. Maclean arbeitet mit Green Screen, Computeranimationen, digitaler Nachbearbeitung und collagenartiger Verwendung von Audiomaterial aus der Populärkultur, in spielerischer Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen.

Gezeigt werden drei Video- und VR-Installationen, in denen das Zusammentreffen verschiedener Realitäten und die daraus resultierende Uneinigkeit allegorisch erzählt wird.

The Lion and The Unicorn (2012) ist ein Porträt der schottisch-englischen Beziehung, das von den Titel gebenden Wappensymbolen, dem Löwen (für England) und dem Einhorn (für Schottland), inspiriert ist. Der Kurzfilm stellt Bündnis- und Oppositionsvorstellungen im Kontext des Referendums über die schottische Unabhängigkeit 2014 dar und lässt sich mit einem gegenwärtigen Fokus auf die Brexit-Entscheidungen der unterschiedlichen Landesteile Großbritanniens übertragen.

Please, Sir ... (2014) ist eine komisch-düstere Adaption von Mark Twains Der Prinz und der Bettelknabe, in dem Themen wie Gier, Gesellschaftsschicht und Abhängigkeit verhandelt werden. Die Texte sind eine Zitatsammlung aus verschiedenen Quellen des Unterhaltungsfernsehens, zum Beispiel aus Britain Got Talent , The Apprentice und der von Jeremy Kyle.. Wie in vielen ihrer Werke ist Rachel Maclean hier die einzige Darstellerin des komplett vor einem Green Screen gedrehten Videos.

Mit der Virtual-Reality-Installation I‘m Terribly Sorry (2018) versetzt Maclean die Spieler*innen in eine Post-Brexit-Dystopie, die die Möglichkeit bietet, mit einem Mobiltelefon mit Passanten und Sehenswürdigkeiten zu interagieren. Sie reflektiert gesellschaftliches Unbehagen und Missverständnisse in einer Kultur unersättlicher Selbstdarstellung, Dokumentation und Voyeurismus.

(c) and Courtesy: The ArtistRachel Maclean,The Lion and The Unicorn, video still, 2012