Johan Grimonprez

*1962

Der von Kritikern gefeierte Johan Grimonprez tanzt auf den Grenzen von Praxis und Theorie, Kunst und Kino, Dokumentarfilm und Fiktion. Der Betrachter seiner Werke muss immer zweimal hinschauen. Fundiert in einer Archäologie zeitgenössischer Medien, suchen die Werke die Spannung zwischen der Intimität des Einzelnen und dem „bigger picture“ der Globalisierung. Sie stellen unsere derzeitige Erhabenheit in Frage, gerahmt von einer Angstindustrie, die den politischen und sozialen Diskurs infiziert hat.

Künstler der B3 Leitausstellung ON DESIRE

(c) Johan Grimonprez

Raymond Tallis // on tickling, 2017
Single-channel HD video, 8 min
Courtesy of the artist

In diesem Kurzfilm von Johan Grimonprez argumentiert der Philosoph und Neurologist Raymond Tallies, dass das Bewusstsein kein innerer Zustand, sondern relational ist. Anhand der verblüffenden Tatsache, dass Menschen sich nicht selbst kitzeln können, belegt Tallies die philosophische Sicht, dass wir erst durch den Dialog mit anderen wir selbst werden.

(c) Johann Grimonprez

Michael Hardt on the Politics of Love, 2016
Single-channel, full HD video, 15:30 min
Courtesy of the artist

In Jean-Luc Godards Film ‚Alphaville‘ aus dem Jahr 1965 sind alle Worte verbannt, die mit Liebe zu tun haben. Als die Heldin versucht, ihre Gefühle auszudrücken, muss sie die Worte neu erfinden, denn das Konzept der Liebe ist ihr fremd. In diesem Kurzfilm fragt der Philosoph Michael Hardt, was es bedeuten würde, ein politisches System auf Liebe aufzubauen anstatt auf Angst. Er schlägt vor, dass wir unsere Instrumente für das politische Miteinander neu definieren sollen, genau wie die Filmfigur in Alphaville.

Mehr Informationen: www.johangrimonprez.be

Sonntag, 3. Dezember 2017

Film & Panel: Shadow World, 2016

14:30 - 16:30 Film & Panel: Shadow World, 2016 Cinema Panel